Get Adobe Flash player

Der Moorerlebnispfad

Das Naturschutzgebiet Huvenhoopsmoor mit dem Moorerlebnispfad.

Naturschutzgebiete bilden die intensivste Schutzform für Natur und Landschaft. Es sind Gebiete, in denen Natur und Landschaft ganz oder teilweise besonderen Schutzes bedürfen, weil sie

• schutzbedürftigen Arten oder Lebensgemeinschaften wild wachsender Pflanzen oder wildlebender Tiere eine Lebensstätte bieten oder künftig bieten sollen,

• für Wissenschaft, Natur- und Heimatkunde von Bedeutung sind oder

• sich durch Seltenheit, besondere Eigenart oder Vielfalt oder hervorragende Schönheit auszeichnen,

Die obere Naturschutzbehörde kann (Bezirksregierung Lüneburg) durch Verordnung Gebiete zu Naturschutzgebieten erklären.Das Huvenhoopsmoor in Augustendorf in der Gemeinde Gnarrenburg, zwischen Worpswede und Bremervörde gelegen, gehört zum nördlichen Ausläufer des Teufelsmoores, ehemals eines der größten zusammenhängenden Moorkomplexe in Deutschland. Noch im 18. Jahrhundert war dieses Gebiet vollkommen unbesiedelt. Durch Urbarmachung und Torfabbau sind von diesem einst 60 km² großen Moorgebiet nur noch 1,5 m² an naturnaher Hochmoorfläche übrig geblieben. Zu ihnen gehört auch die Landschaft um den Huvenhoops-See, der vom Moorerlebnispfad und dem dazugehörenden Aussichtsturm eingesehen werden kann.

Der Huvenhoops-See selbst ist das letzte noch erhaltene natürliche Moorgewässer des Teufelsmoores und einer der letzten Moorseen in Niedersachsen. Eingefasst wird der See von Schwingrasen auf wassergesättigtem Torf. Auf den schwimmenden Torfmoospolstern wachsen die Schnabelsegge, Wollgras oder das Weiße Schnabelried. An den äußeren Rändern der Moorfläche stehen Bulten des schlanken Pfeifengrases. Um den See erstreckt sich auf der unangetasteten, über 5 Meter mächtigen Torfschicht eine lebende Hochmoorvegetation. Ein Birkenbruchwald mit Gagelstrauchsaum umschließt die fast baumfreie Moorfläche.

Im NSG sind mit Kreuzotter, Ringelnatter, Schlingnatter, Blindschleiche und Mooreidechse alle zu erwartenden Reptilien, über 20 Libellenarten und zahlreiche moorspezifische Schmetterlinge nachgewiesen. Aus der Vogelvielfalt ragen Rot- und Schwarzhalstaucher, Großer Brachvogel, Braun- und Schwarzkehlchen, Trauerseeschwalbe und der Kranich mit zwei Brutpaaren heraus. Das Gebiet ist für Besucher nur über einen schmalen Pfad, der zu einem Aussichtsturm führt, zugänglich. Von hier aus bietet sich ein eindrucksvolles Bild einer natürlichen Moorlandschaft. Der Aussichtsturm wird besonders an Wochenenden von zahlreichen Besuchern frequentiert, in der Woche nutzen Schulklassen das Gebiet für einen Ausflug.

Um den Besuchern Einblicke in die ursprüngliche Moorlandschaft, die Tier- und Pflanzenwelt und die Bedeutung von Mooren zu verschaffen, hat die Gemeinde Gnarrenburg in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen die NABU beauftragt, auf eine direkt an das Schutzgebiet angrenzende Grünland-Fläche, unter der auch die vollständige Torfschicht erhalten ist, einen 700 m langen Moorerlebnispfad anzulegen.

Hier kann man das mystische Moor und das Geheimnisvolle dieser Landschaft spüren. In den frühen Morgenstunden hüllt sich das Moor in einen sanften Schleier von Nebel und Morgentau, ein Anblick, den man nie vergessen wird. Der Pfad, bei dem natürlich auch ein Besuch auf dem Aussichtsturm mit eingeplant ist, führt die Besucher zu zehn verschiedenen Stationen auf denen sie zu bestimmten Themen der Moore etwas sehen, erleben oder lesen können.

Neben inhaltlichen Stationen z.B. über die Torfmoose und andere typische Moorpflanzen oder einen Einblick in die 5.000 jährige Geschichte des Moores und der Region an der Torfsteilwand, ist auch eine "Torfpedderzone" vorhanden oder der Stabsprung über den Moorgraben wird angeboten. Es geht also auch um das sinnliche Erleben, z.B. beim Barfusslauf durch den nassen Torf. Auch über einen nach historischen Vorbildern angelegten Knüppel- oder Bohlendamm kann man gehen. Ebenso wurde von der NABU ein Libellenteil angelegt. Um den Mooreindruck auch auf der zur Zeit noch mit Gras bewachsenen Wiese zu schaffen, wurde von einem großen Teil der Fläche die sogenannte Bunkerde, also die oberste grasdurchwurzelte Torfschicht, abgenommen und die freigelegte nasse Weisstorffläche sich selbst überlassen. Dies wurde schon vor einigen Jahren auf einer kleineren Fläche bereits mit großem Erfolg getestet. Hier bildet sich spontan eine Wollgrasfläche mit Torfmoosen in feuchteren Senken und Sonnentau auf dem nacktem Torf. Die Sukzessionsfläche bildet den Kern des Moorerlebnispfades und die Besucher werden auf Holzstegen durch diese Fläche geleitet. Begleitet wird derBesucher von "Huvi", dem Moorkobold, er ist an jeder der Stationen präsent:

• Erlebnis Huvenhoopsmoor
• Nasses Archiv - 4000 Jahre Zeitgeschichte im Moor
• Stark gestört - Was Pflanzen und Tiere übers Moor verraten
• Ohne Moos...Endlos-Pflanzen bauen unsere Moore
• Paradies für Kranich & Co
• Die Moor-Macher - Wie neuer Lebensraum entstehen kann
• Libellen - Akrobaten der Lüfte
• Mooraugen und Teufelsnadeln - Libellen im Moor
• Akte X - Gefährliche Wege ins Moor
• Immer auf dem Sprung - Fortbewegung im Moor
• In Stich gelassen - Mensch und Moor
• Heizen und Heilen - Das Moor als Lebensspender
• Moor-Ideen - Huvis geheime Wünsche

Finanziell unterstützt wurde das Projekt von:

• der Europäischen Union,
• der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg (Wümme),
• der Umweltlotterie "Bingo-Lotto",
• der Stiftung der Sparkassen Rotenburg-Bremervörde,
• der Gemeinde Gnarrenburg,

[ Zurück ]