Auf zur Gegenwart

von Rainer Brandt

Lange Zeit vor dem entscheidenden Jahr 1978 begann man sich in Augustendorf um die Feier des 150-jährigen Dorfjubiläums Gedanken zu machen. Es wurde ein hochmotivierter Festausschuß gebildet, der ein Festprogramm plante und zusammenstellte, welches die gesamte Dorfgemeinschaft in das Geschehen einband. Als eigentliches Jubiläumswochenende wurde

23. – 25. Juni 1978

festgelegt und alle Kräfte in Augustendorf hierauf gebündelt.
Neben dem Festprogramm wurde eine Festschrift erstellt und so kam der Verfasser dieses Buches erstmals in die Clubstube von Franz Stumpenhorst und zu Augustendorfer Weihen.

Die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten begannen am 18.6.1978 in Bremervörde auf dem Friedhof „Auf der Hohen Worth“, als der Augustendorfer Festausschuß am Grabe des Dorfgründers Christian Johann Nicolaus Witte einen würdigen Kranz niederlegte und Ortvorsteher Schröder eine Laudatio auf diesen verdienten Mann hielt. Anschließend wurde die Delegation seitens der Stadt Bremervörde zu einem kleinen Empfang in das Bremervörder Rathaus gebeten.
Im Dorf auf Grotheers Saal begann das Programm am Freitag, dem 23.6.78 mit einem eindrucksvollen Heimatabend. „Augustendorf soll leben“, dieses Gelöbnis der ersten Siedler, stand förmlich über diesem gelungenen Festabend. Fast 500 Besucher, 69 Augustendorfer Mitwirkende, viel Beifall für alle Darbietungen. Nach einer kurzen Begrüßungsrede durch Ortvorsteher Hermann Schröder übernahm Hinrich Dammann die Regie des Abends und damit des abwechslungsreichen Dreistundenprogramms. Heimatlieder wurden vom Posaunenchor und dem Chor „Eleonore“, beide aus Gnarrenburg unter der Leitung von Werner Quell, begannen das Programm. „In Gedanken an die Väter“ hieß das Gedicht, daß der verehrte Lehrer Bastein vor 50 Jahren geschrieben hatte und das Joachim Schlüter vortrug. „Ut olen Tieden“ lautet der Titel des plattdeutschen Theaterstückes – ebenfalls aus der Feder von Peter Bastein – über die schwere Gründungszeit im Dorf. In eindrucksvoller Kulisse erinnerte diese Aufführung an die vielen menschlich anrührenden Seiten der Gründungsphase mit den ersten sieben Siedlerfamilien.
Werner Quell, Karin Burfeindt aus Byhusen und Ulrike Trede aus Bremervörde spielten plattdeutsche Lieder auf der Gitarre und Friedrich Metscher sagte den überlieferten Dorfspruch „De Riemels“ auf, in dem die Bewohner des Dorfes namentlich erwähnt wurden. „Guten Abend, gute Nacht“, spielte der Posaunenchor zum Abschluß dieses bemerkenswerten Abends, der noch lange in Erinnerung blieb.

Am nächsten Tag standen die jüngeren Mitbürger im Mittelpunkt des Geschehens, denn das Jubiläumsprogramm wurde mit einem bunten Kinderprogramm fortgesetzt.

Als dann morgens um 10 Uhr Radio Bremen auf das Jubiläum in Augustendorf hinwies, war der eigentliche Höhepunkt mit dem großen Festumzug am Sonntag eingeläutet. 3000 Gäste bewunderten den langen Festzug mit 14 Festwagen, 2 Spielmannszügen und einem Musikkorps, Torfgräber, Schäfer, Holzschuhmacher, Imker, Webstuhl, Dachschütter, Korbmacher, Feuerwehr und, und, und .....

Am Ehrenmal verhielt der Zug und Ortvorsteher Schröder legte zum Gedenken für das Dorf einen Kranz nieder, ehe es weiter ging zum Festplatz am Gasthaus „Zum Huvenhoop“. „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht“ rief Pastor Paul Weier den Gästen zu. Dann erinnerte Ortvorsteher Schröder an die wechselvolle Augustendorfer Dorfgeschichte und der stellvertretende Landrat Wilhelm Brunkhorst sowie Bürgermeister Adolf Otte sprachen Grußworte. Dann folgte ein Unterhaltungsprogramm mit Musik, Tanz, Gedichten und Gesang und bildete den Abschluß der bislang größten Feier in der Geschichte des Dorfes.

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